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27.05.2021: Wir haben eine kleine Änderung an den 7 Fragen vorgenommen. Die abgeänderte Version finden sie hier:

7 Fragen an den Bund der Freien Waldorfschulen

Sehr geehrte Mitglieder des Vorstandes des Bundes der Freien Waldorfschulen,

Wir würden gerne ein paar Fragen an sie richten, da es durch ihre Stellungnahme vom 05.05.2021 möglicherweise zu Missverständnissen gekommen ist.

Unsere Petition für ein freies Geistesleben wurde von 2482 ehemaligen und aktuellen Waldorfeltern Lehrern und Schülern unterzeichnet und wir fühlen uns verantwortlich sie erneut zur Beantwortung ungeklärter Fragen aufzufordern.

Unserer Ansicht nach ist es elementar, seinen Standpunkt auf eine differenzierte Art und Weise auszudrücken und deswegen würden wir Ihnen gerne die Möglichkeit geben, dies zu tun.

1. Was werden sie tun, um der Spaltung innerhalb der Waldorfschulen vorzubeugen?

2. Welche Standpunkte bezüglich der Covid-19-Krise sind Ihrer Ansicht nach zulässig und wer bestimmt dies auf welcher Grundlage?

3. Dürfen an Waldorfschulen die von der Regierung eingeführten Maßnahmen offen diskutiert werden? Dürfen die Regeln bezüglich der Verhältnismäßigkeit hinterfragt werden?

4. Sind in ihren Augen alle den Maßnahmen gegenüber kritisch eingestellten Menschen “Coronaleugner” oder potenzielle “Maßnahmenverweigerer”?

5. Wie definieren sie den Begriff ‘Verschwörungstheorie’? Machen sie einen Unterschied zwischen den Vermutungen, die dem NSU-Skandal oder der NSA-Überwachungsaffäre vorausgingen und sich bewahrheitet haben und antisemitischen Theorien wie der “jüdischen Weltverschwörung”? Ist es in ihren Augen zielführend, jede Hypothese, die der Regierung oder den Geheimdiensten Rechtsbrüche unterstellt, als Verschwörungstheorie zu bezeichnen?

6. Was hat sie dazu veranlasst, den Wortlaut ihrer Pressemitteilung vom 05.05.2021 zu ändern? Am 05.05.2021 hieß es im Wortlaut: „Coronaleugner und Maßnahmenverweigerer haben keinen Platz an unseren Schulen.”

Am 10.05. wurde die Pressemitteilung nachträglich geändert zu „Coronaleugnung und Maßnahmenverweigerung haben keinen Platz …” Warum datieren sie diese nachträgliche Änderung fälschlicherweise auf den 05.05.2021?

7. Der baden-württembergische Antisemitismusbeauftragte Michael Blume schrieb am 01. Mai 2021 in einem Beitrag auf SWR Aktuell, dass er sich wünscht, die Waldorfschulen würden „taffer“ und „ohne Rücksichtnahme“ gegen sogenannte “Verschwörungsleute” vorgehen. Sie schrieben am 04.05. auf ihrer Website, dass sie diesen Beitrag als “wohltuend konstruktiv” empfinden. Bitte erläutern Sie, wie sie sich ein Vorgehen ohne Rücksichtnahme im Detail vorstellen?

Wir freuen uns auf ihre Antwort und stehen jederzeit für ein konstruktives Gespräch zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Jonathan Ario, Helena Ario, Agnes Strauß, Jakob Dorn

7 Fragen an den Bund der Freien Waldorfschulen

Sehr geehrte Mitglieder des Vorstandes des Bundes der Freien Waldorfschulen,

Wir würden gerne ein paar Fragen an sie richten, da es durch ihre Stellungnahme vom 05.05.2021 möglicherweise zu Missverständnissen gekommen ist.

Unsere Petition für ein freies Geistesleben wurde von 2482 ehemaligen und aktuellen Waldorfeltern Lehrern und Schülern unterzeichnet und wir fühlen uns verantwortlich sie erneut zur Beantwortung ungeklärter Fragen aufzufordern.

Unserer Ansicht nach ist es elementar, seinen Standpunkt auf eine differenzierte Art und Weise auszudrücken und deswegen würden wir Ihnen gerne die Möglichkeit geben, dies zu tun.

1. Was werden sie tun, um der Spaltung innerhalb der Waldorfschulen vorzubeugen?

2. Welche Standpunkte bezüglich der Covid-19-Krise sind Ihrer Ansicht nach zulässig und wer bestimmt dies auf welcher Grundlage?

3. Dürfen an Waldorfschulen die von der Regierung eingeführten Maßnahmen offen diskutiert werden? Dürfen die Regeln bezüglich der Verhältnismäßigkeit hinterfragt werden?

4. Sind in ihren Augen alle den Maßnahmen gegenüber kritisch eingestellten Menschen “Coronaleugner” oder potenzielle “Maßnahmenverweigerer”? Sehen sie in der Verwendung des Wortes ‘Leugner’ eine problematische Assoziation zu dem Begriff ‘Holocaustleugner’ und ist Ihrer Meinung nach ein solcher Vergleich notwendig und ist es überhaupt anständig, einen solchen Vergleich zu ziehen?

5. Wie definieren sie den Begriff ‘Verschwörungstheorie’? Machen sie einen Unterschied zwischen den Vermutungen, die dem NSU-Skandal oder der NSA-Überwachungsaffäre vorausgingen und sich bewahrheitet haben und antisemitischen Theorien wie der “jüdischen Weltverschwörung”? Ist es in ihren Augen zielführend, jede Hypothese, die der Regierung oder den Geheimdiensten Rechtsbrüche unterstellt, als Verschwörungstheorie zu bezeichnen?

6. Was hat sie dazu veranlasst, den Wortlaut ihrer Pressemitteilung vom 05.05.2021 zu ändern? Am 05.05.2021 hieß es im Wortlaut: „Coronaleugner und Maßnahmenverweigerer haben keinen Platz an unseren Schulen.”

Am 10.05. wurde die Pressemitteilung nachträglich geändert zu „Coronaleugnung und Maßnahmenverweigerung haben keinen Platz …” Warum datieren sie diese nachträgliche Änderung fälschlicherweise auf den 05.05.2021?

7. Der baden-württembergische Antisemitismusbeauftragte Michael Blume schrieb am 01. Mai 2021 in einem Beitrag auf SWR Aktuell, dass er sich wünscht, die Waldorfschulen würden „taffer“ und „ohne Rücksichtnahme“ gegen sogenannte “Verschwörungsleute” vorgehen. Sie schrieben am 04.05. auf ihrer Website, dass sie diesen Beitrag als “wohltuend konstruktiv” empfinden. Bitte erläutern Sie, wie sie sich ein Vorgehen ohne Rücksichtnahme im Detail vorstellen?

Wir freuen uns auf ihre Antwort und stehen jederzeit für ein konstruktives Gespräch zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Jonathan Ario, Helena Ario, Agnes Strauß, Jakob Dorn

Brücken bauen zu Andersdenkenden in Zeiten von Corona

Sehr geehrte Unterzeichnerinnen und Unterzeichner,

wir kontaktieren sie bezüglich eines sehr lesenswerten Beitrags auf dem Blog der ‚Pioneers of Change‘.

Es geht darum, wie wir die entstandenen Gräben überwinden und Brücken bauen zu Andersdenkenden.

Teil 1: pioneersofchange.org/bruecken-bauen
Teil 2: pioneersofchange.org/bruecken-bauen-2

Sehr geehrte Unterzeichnerinnen und Unterzeichner,

wir kontaktieren sie bezüglich der Petition: ‘Aufruf für ein freies Geistesleben’.

Die Petition wurde am 03.04.2021 an den Bund der Freien Waldorfschulen überreicht und bis heute steht eine Stellungnahme des Bundes aus.

In der römischen Rechtssprechung gilt der Grundsatz: “Audiatur et altera pars”, das bedeutet, jeder hat das Anrecht gehört zu werden, bevor der Richter sein Urteil fällen darf. Dieser Grundsatz gilt auch im alltäglichen Leben, ein Mensch mit einem starken Sinn für Integrität hört sich alle beteiligten Seiten an und fällt erst dann sein Urteil.

Wir sind enttäuscht, dass der Bund der Freien Waldorfschulen unser Anliegen für so unwichtig hält, dass sie es für nicht notwendig halten, darauf zu reagieren.

Auf der anderen Seite hatte der “Bund der Freien Waldorfschulen” eine andere Petition ehemaliger Schüler bundesweit an alle Schulen gesandt.

Wir halten das einseitige Eingehen auf die Bedürfnisse und Wünsche von Schülern, Eltern und Lehrer für falsch und vertreten den Ansatz von Marshall B. Rosenberg, dass die Bedürfnisse eines jeden Menschen gehört werden sollten und wir hatten gehofft, dass der Bund der Freien Waldorfschulen sich daran ein Vorbild nimmt.

Nichtsdestotrotz war es nie unser alleiniges Ziel, Forderungen an den Bund heranzutragen, eine Veränderung kann einzig und alleine dann entstehen, wenn jeder Einzelne mit gutem Vorbild voranschreitet und Verantwortung übernimmt für sich selbst, seine Familie und für die gesamte Gesellschaft.

In diesem Sinne ist der Aufruf für ein freies Geistesleben und eine offene Debattenkultur ein Aufruf an jeden einzelnen Menschen, selbst Verantwortung zu übernehmen und sich für einen konstruktiven Dialog mit Andersdenkenden einzusetzen.

Verantwortung zu übernehmen ist eines der wichtigsten Prinzipien, das wir in der Waldorfschule lernen durften.

“Die eigene Philosophie lässt sich nicht am besten in Worten ausdrücken; sie zeigt sich in den Entscheidungen, die man trifft. Wenn ich aufhöre, über die Bedeutung dessen nachzudenken, was ich gelernt habe, gibt es vieles, an das ich fest glaube, und vieles, bei dem ich mir unsicher bin. Auf lange Sicht formen wir unser Leben und wir formen uns selbst. Der Prozess endet nie, bis wir sterben. Und die Entscheidungen, die wir treffen, sind letztlich unsere eigene Verantwortung.” (Eleanor Roosevelt).

Wir haben in den vergangenen Monaten zahlreiche Gespräche mit Befürwortern und Gegner der Maßnahmen geführt und sind nach jedem Gespräch mit dem Gefühl herausgegangen, dass wir mehr Gemeinsamkeiten haben, als Unterschiede.

Letztendlich sind wir alle Menschen und wir sollten sehr vorsichtig sein, wenn Menschen aufgrund ihrer religiösen und politischen Überzeugungen in Kategorien von Gut und Böse eingeteilt werden.

Wie sagte schon der russische Literaturnobelpreisträger Aleksandr Solzhenitsyn:

„Die Linie, die Gut und Böse trennt, verläuft nicht durch Staaten, nicht zwischen Klassen und auch nicht zwischen politischen Parteien – sondern mitten durch jedes menschliche Herz”.

Abschließend wollten wir uns noch bei Ihnen Bedanken für die Unterstützung und die vielen inspirierenden Kommentare auf der Petitionsseite. Wenn sie noch etwas hinzufügen möchten, können sie uns gerne über unsere Website kontaktieren oder dort einen Kommentar hinterlassen.

https://freiesgeisteslebenaufruf.wordpress.com/

Auf unserer Website finden sie auch unseren neusten Text den “Offener Brief für mehr Menschlichkeit in der Corona-Krise”. Der Brief kann auch als PDF heruntergeladen werden.

Des Weiteren würden wir sie gerne auf das neue Magazin “Der Auf-merker” hinweisen.

„Eine Menschen-verbindungsplattform – im schönsten Falle …“

Mit dem Auf-Merker – Magazin für wache Menschen wollen die Herausgeber einen Beitrag leisten zur Freiheit im Geistesleben in diesen herausfordernden Zeiten.

Unter dem folgenden Link findet man die Möglichkeit, das Magazin mit vielen interessante, hilfreichen und kritischen Beiträgen als PDF herunterzuladen.

http://www.anthro.berlin/auf-merker/

Einen wichtigen Beitrag für das freie Geistesleben leistet unsere Ansicht nach auch der Telegramm-Kanal und die Website von Antje Bek.

https://t.me/Waldorfpaedagogen

https://www.antje-bek.de/

Wir wünschen ihnen alles Gute für die Zukunft! Bleiben wir aufrecht in unserer Haltung, wachsam im Geist und friedvoll im Herzen.

Mit herzlichen Grüßen

Jonathan Ario, Helena Ario, Jakob Dorn, Andreas Heim und Agnes Strauß

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Offener Brief für mehr Menschlichkeit in der Corona-Krise

Ein Brief an die Schulleitungen und Kollegien der Waldorfschulen bundesweit.

Das Ziel ist es, diesen Brief auszudrucken und an so viele Schulen wie möglich zu schicken, und zwar via Post.

Wenn du die Menschlichkeit in der Corona-Krise fördern möchtest, dann unterschreibe jetzt den offenen Brief und schicke ihn via Post an deine lokale Schule.

Bitte teilt den Brief, der hier als PDF-Datei zu finden ist, in eurem Freundes- und Bekanntenkreis!

Offener Brief für mehr Menschlichkeit in der Corona-Krise

An die Schulleitungen und Kollegien der Waldorfschulen bundesweit.

Wir als ehemalige und aktive Schüler und Eltern der freien Waldorfschulen sorgen uns um das Bestehen eines humanistischen, ganzheitlichen Menschenbildes und befürchten einen neuen Antihumanismus, welcher Gesundheit als Abwesenheit von Krankheit definiert und den Menschen einzig und alleine auf den Körper reduziert.

Die Corona-Situation hat nicht nur zu den stärksten Einschränkungen der Grundrechte seit dem Bestehen der Bundesrepublik geführt, sondern auch zum Entstehen eines Menschbildes beigetragen, welches auf der Angst vor allem Menschlichem gegründet ist.

Wir befinden uns in einer existenziellen Sinnkrise, was bedeutet es am Leben zu sein?

Besteht der Sinn des Lebens darin zu überleben?

Oder geht es darum, das Leben auszudrücken, indem man viel draußen in der Sonne ist und dem Leben Leben verleiht mit Tanz, Spiel, Musik und Lachen und Gemeinschaft?

Die Angst vor Andersdenkenden:

Feindbilder werden aufgebaut, der Andersdenkende wird als Bedrohung gesehen, als Covidiot, als gefährlicher Corona-Leugner, als potenzieller Großeltern-Mörder und nicht mehr als Mensch wie du und ich.

Der Andersdenkende wird nicht mehr als fühlendes Wesen gesehen, sondern als ein politisches Objekt, sein Grundrecht auf Versammlungsfreiheit wird infrage gestellt, seine Träume und Wünschen und Gefühle werden ignoriert und sein Menschsein einzig und alleine auf seine Gruppenzugehörigkeit reduziert.

Wir sollten davon absehen, andere Menschen mit unseriösen und undifferenzierten Etiketten zu versehen, lasst uns aufeinander zugehen und ins Gespräch kommen, lasst uns eine ruhige und besonnene Debatte führen, hart in der Sache, aber moderat im Ton (fortiter in re, suaviter in modo).

Dies fordern auch namhafte Intellektuelle in einem Manifest ‘Für die offene Gesellschaft’, welches in der Wochenzeitung ‘Der Freitag’ erschienen ist.

Die Unterzeichner, darunter auch Svenja Flaßpöhler, Chefredakteurin des Philosophiemagazins, rufen zu einem besonnenen Austausch jenseits von Konformitätsdruck, Schwarz-Weiß-Denken und Lagerbildung auf.

[Quelle: https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/fuer-die-offene-gesellschaft-1]

Lasst uns die Kinder nicht wie potenzielle Krankheitsüberträger, wie Massenspreader und Gefährder behandeln, diese Sicht auf den Menschen ist zutiefst unmenschlich und vernachlässigt das spirituelle Potenzial der Kinder Krisen zu überwinden.

Der 5. Artikel der allgemeinen Erklärung über Bioethik und Menschenrechte legt fest: ‘Die Freiheit einer Person, selbständig eine Entscheidung zu treffen, für die sie die Verantwortung trägt und bei der sie die Entscheidungsfreiheit anderer achtet, ist zu achten’, somit ist die in mehreren Bundesländern kürzlich eingeführte Testpflicht an Schulen ein nicht hinnehmbarer Verstoß gegen die allgemeine Erklärung über Bioethik und Menschenrechte.

Ein Lockdown der Unmenschlichkeit:

Wir bitten sie, das seelische Leid der Kinder mit in Betracht zu ziehen, wenn es um die Umsetzung des digitalen Unterrichts geht.

Die Schülerin Liv McNeil hat die Auswirkungen der sozialen Isolation, verursacht durch den Lockdown und digitalen Unterricht, sehr eindrücklich und berührend in einem Kurzfilm ausgedrückt. Den Film sollte jeder Pädagoge gesehen haben, sie finden den Film, indem sie “numb liv mcneil’ in die Suchmaschine eingeben oder unter folgendem Link.

[https://www.youtube.com/watch?v=iSkbd6hRkXo]

Wissenschaftliche Studien bestätigen, was viele schon lange vermuten, dass soziale Isolation im höchsten Grade ungesund ist, sie führt zu Demenz [1] zu erhöhter Inflammation [2] und zu Depression [3].

Laut Dr. Lissa Rankin erhöht sich das Sterberisiko durch Luftverschmutzung um 6%, durch Adipositas um 23%, durch Alkoholmissbrauch um 37% und durch Einsamkeit um 45%. [4]

Wie der amerikanische Autor Charles Eisenstein schreibt:

Ein Großteil des öffentlichen Diskurses, von der Gesundheitsversorgung bis zur Außenpolitik, dreht sich um Sicherheit, Schutz und Risiko. Auch in der Covid-19-Politik geht es darum, wie man möglichst viele Todesfälle verhindern kann und wie man die Menschen sicher hält. Werte wie die unermesslichen Vorteile des Spielens, des gemeinsamen Singens oder Tanzens, der körperlichen Berührung und des menschlichen Miteinanders sind nicht Teil der Berechnungen. Warum eigentlich?”

(Quelle: https://charleseisenstein.org/essays/numb/)

Ich denke, wir stimmen alle zu, dass es wichtig ist Menschleben zu retten, die Frage, die Eisenstein in seinem Essay ‘Numb’ aufwirft, sollten wir nicht vergessen: Was ist der Sinn des Lebens?

Ist der Sinn des Lebens das bloße Überleben, die bloße Fortdauer der Existenz, oder geht es mehr darum, das Leben zu leben, es mit schönen Erinnerungen zu füllen, mit Lachen und Musik und Berührung und Freundschaft und Gemeinschaft. Dürfen wir diese Werte vollends aufgeben für ein steriles und einsames Dasein?

Der Mensch ist kein abtrennbares Individuum, sondern immer verwoben in eine Gemeinschaft, in diesem Sinne ist die Spaltung der Gesellschaft aufgrund der Corona-Thematik eine elementare Gefahr für das gesunde Zusammenleben der Menschen in unserer Zivilisation.

Der Dialog als Fahrzeug des Fortschritts:

Der Dialog ist eine der fundamentalsten Entdeckungen der Menschheit, mit dem Rad begannen die Menschen sich über weite Strecke fortzubewegen, aber erst mit der Erfindung des Dialoges blühte der Handel und geistiger Fortschritt auf.

In diesem Sinne lasst uns runde Tische bilden und eine ruhige, besonnene Debattenkultur etablieren, jenseits oberflächlicher Etikettierungen und Schuldzuweisungen, gegründet auf der gewaltfreien Kommunikation von Marshall B. Rosenberg und inspiriert von Rudolf Steiners Philosophie des freien Geisteslebens.

Was haben wir zu verlieren? Wollen wir in dieser Krise als Einzelgänger untergehen oder als Gemeinschaft wachsen? Es ist unsere Entscheidung.

Quellen:

1: https://www.news-medical.net/news/20190803/Social-contact-could-play-an-important-role-in-staving-off-dementia.aspx

2: https://www.pnas.org/content/112/49/15142

3. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16594799/

4: The #1 Public Health Issue Doctors Aren’t Talking About | Lissa Rankin | TEDxFargo

Hiermit schließe ich mich dem offenen Brief für Menschlichkeit in der Corona-Krise an:

Name:__________________ Datum: ________________ Unterschrift: _________________

Sehr geehrte Unterzeichner,

Wir melden uns bei ihnen mit einem Hinweis auf ein neues sehr lesenswertes Magazin:

Ostern 2021 – Die 1. Ausgabe ist erschienen

„Eine Menschen-verbindungsplattform – im schönsten Falle …“

Mit dem Auf-Merker – Magazin für wache Menschen wollen die Herausgeber einen Beitrag leisten zur Freiheit im Geistesleben in diesen herausfordernden Zeiten.

Unter dem folgenden Link findet man die Möglichkeit, das Magazin mit vielen interessante, hilfreichen und kritischen Beiträgen als PDF herunterzuladen.

http://www.anthro.berlin/auf-merker/

Sehr geehrte Unterzeichner,

ich hoffe, es geht ihnen trotz dieser stürmischen Zeit gut.

Ich kontaktiere sie bezüglich der Übergabe des Aufrufs: ‚Für ein freies Geistesleben an Waldorfschulen’.

Die Petition wurde am Dienstag den 30.03.2021 postalisch an den ‚Bund der Freien Waldorfschulen‘ übergeben, mit der Aufforderung, die in der Petition genannten Punkte umzusetzen oder zumindest Stellung zu beziehen.

Wir sind nach wie vor überwältigt von der Resonanz, den der Aufruf hervorgerufen hat, wir haben sogar einen Brief mit manuell gesammelten Unterschriften erhalten, viele Grüße und ein großes Dankeschön gehen dafür an einen lieben Menschen aus Berlin.

Wir sind längst nicht mehr alleine mit unserer Forderung nach einer offenen und fairen Debattenkultur, in der Wochenzeitung ‚Der Freitag‘ erschien kürzlich ein ‚Manifest für die offene Gesellschaft‘, in welchem von namhaften Intellektuellen ein ruhiger und angstfreier Austausch zur Corona-Thematik gefordert wird. [ 1]

Die Autoren kommen nicht umhin, die unsäglichen Etikette: ‘Verschwörungsfanatikern’, ‘Extremisten’ und ‘Demokratiefeinde’ zu verwenden, ohne diese zu definieren oder zu reflektieren, ganz zu schweigen von differenzieren.

Der Philosoph und Professor der Princeton University Walter Kaufmann schreibt in „The Faith of a Heretic„, dass Labels nicht das selbstständige Denken ersetzen können:

„Das vielleicht beste Beispiel für den allgemeinen Mangel an hohen Standards in Fragen der Ehrlichkeit ist unsere Tendenz, in Etiketten zu denken … diese Etiketten haben einige Verwendungen, die vollkommen legitim sind, aber häufg fungieren sie als Hilfsmittel für Gedankenlosigkeit und erlauben es den Menschen, den Anschein zu erwecken, zu denken, wenn sie nur reden.“[2]

Nichtsdestotrotz spiegelt sich in dem Aufruf die Sorge vor Konformitätsdruck, Schwarz-Weiß-Denken und Lagerbildung wider und ich denke, wir können uns dem abschließenden Satz des Manifests anschließen:

„Tauschen wir uns besonnen, in Ruhe, ohne Angst, mit Sinn für die Zwischentöne und ohne vorschnelle Schuldzuweisungen aus, auf der Basis eines Zusammenlebens in Freiheit und einer von uns allen geteilten Diskussions- und Streitkultur: hart in der Sache, aber moderat im Ton (fortiter in re, suaviter in modo). Für die offene und freie Gesellschaft.“

In diesem Sinne sind wir uns sicher, dass die Samen des freien Geisteslebens, welche schon vor über 100 Jahren von Rudolf Steiner gesät wurden, auf fruchtbaren Boden fallen und in Zukunft in neuer Pracht aufblühen werden.

Wenn sie den Aufruf unterstützen wollen, leiten sie diese Mail an Freunde und Bekannte weiter. Neuigkeiten finden sie wie immer auf unserer Website.

https://freiesgeisteslebenaufruf.wordpress.com/

Wir wünschen ihnen wunderschöne Osterfeiertage, bleiben sie fröhlich und zuversichtlich!

Mit herzlichen Grüßen

Jonathan Ario

1: https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/fuer-die-offene-gesellschaft-1

2: Walter Kaufmann: „The Faith of a Heretic“(1959), S.27

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

in der anthroposophischen Zeitschrift „Themen der Zeit“ ist ein Beitrag von uns erschienen mit dem Titel: „Zwei Seiten einer Medaille?“.

Den Artikel finden sie hier:
https://www.themen-der-zeit.de/zwei-seiten-einer-medaille/

Des Weiteren finden sie hier eine sehr lesenswerte Stellungnahme einer Waldorflehrerin bezüglich dem „offenen Brief gegen Verschwörungsmythen“:

„Offener Brief – Gegen Corona-Verschwörungsmythen an Waldorfschulen“ – eine Replik

Auf Open Petition erschien kürzlich ein „Offener Brief – Gegen Corona-Verschwörungsmythen an Waldorfschulen“. In dieser Petition werden Kritiker der Coronamaßnahmen als Rechte diffamiert, auch werden ihnen Ansichten unterstellt, die „von antisemitischen, rechtsextremen und antifeministischen Verschwörungserzählungen“ durchzogen seien. Eine Waldorflehrerin (gerade nicht aktiv tätig) hat dazu Stellung genommen.

Sehr geehrte Verfasser und Unterzeichner dieser Petition,

als Waldorflehrerin bin ich bestürzt über den Inhalt dieser Petition. Ich respektiere Ihre Meinung sowie auch Ihre Ängste – Ihre Schlussfolgerungen und Forderungen jedoch teile ich nicht.

Ja, wir werden gerade vor große Herausforderungen gestellt – ich sehe die Herausforderung jedoch nicht ausschließlich darin, das Virus „kleinzukriegen“, sondern darin, dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu folgen und Genüge zu tun. Zudem sehe ich es als große Herausforderung unserer Zeit an, bestehende Narrative und die von den Medien transportierte Inhalte zu hinterfragen und gegebenenfalls durch eigene Recherche und Erfahrungen zu korrigieren.

Erziehung zur Freiheit bedeutet für mich genau dies – Erziehung zur Freiheit. Die Freiheit, Entscheidungen für mich – und damit natürlich auch für meine Mitmenschen – zu treffen.

Die Freiheit, die Priorisierung der Bedürfnisse einer Gesellschaft selbstbestimmt vorzunehmen – heute wird wie selbstverständlich vorausgesetzt, dass Gesundheit das allerhöchste Gut ist. Für manche Menschen ist sie das jedoch nicht; hier wird vielleicht das Recht der Entfaltung der Persönlichkeit oder der körperlichen Unversehrtheit priorisiert, oder die Einhaltung der Grundrechte als höchstes Gut angesehen.

Auch die Freiheit darüber, wie ich eine Krankheit auffasse – als „Feind“, den es zu vernichten gilt, oder als Teil des Lebens, mit dem umzugehen Lernaufgabe und Auftrag sein könnte.

Die Freiheit, darüber zu entscheiden, was ich als gesund für meine Kinder erachte – in physiologischer, aber auch psychologischer Hinsicht.

Die Freiheit, den Begriff „Gesundheit“ für mich selbst zu definieren: als Abwesenheit von Krankheit (oder eines Virus) oder als umfassendes Wohlbefinden auf körperlicher, seelischer und auch geistiger Ebene.

Dies sind Freiheiten, mit denen sich auch eine Gesellschaft auseinandersetzen muss. Auch eine Gesellschaft ist ein „Körper“, der nicht nur auf der körperlichen, materiellen Ebene betrachtet werden sollte. Auch hier gilt es, seelische und geistige Bereiche zu berücksichtigen.

Kann eine Gesellschaft seelisch gesund sein, wenn sie bereit ist, die psychische Gesundheit Tausender vor allem junger und alter Menschen zu gefährden – durch Isolation, Kontakteinschränkung, Vereinsamung? Der Anstieg der Depressionen und Suizide ist alarmierend – hier werden grundlegende menschliche Bedürfnisse nicht erfüllt, was zu schwerem psychischem Leid führt; so sehr, dass für manche Menschen – in zunehmender Anzahl – der einzige Ausweg in einer Selbsttötung liegt.

Kann eine Gesellschaft geistig gesund sein, wenn sie nur noch in eine Richtung denken darf? Wenn die Lebendigkeit des Denkens so weit eingeschränkt wird, dass nur noch eine Meinung gilt? Kann eine Gesellschaft geistig gesund sein, in der Menschen, die dem herrschenden Narrativ widersprechen, diffamiert werden – als antisemitisch, rechtsextrem und antifeministisch?

Kann eine Gesellschaft körperlich gesund sein, wenn zur Bekämpfung einer bestimmten Krankheit Maßnahmen ergriffen werden, die die Heilung anderer Krankheiten verhindern oder herauszögern? Ich denke hier an die Tausenden von hinausgezögerten Operationen, an die Tausende nicht belegter Klinikbetten – dies alles hat zu vermeidbaren Toden bzw. irreversiblen Schäden und Leiden geführt.

Kann eine Gesellschaft körperlich gesund sein, wenn zur Bekämpfung eines Virus Maßnahmen verordnet werden, die krank machen bzw. das Immunsystem schwächen? Hier sei vor allem wieder auf Kontaktverbote verwiesen, die ein Training des Immunsystems verhindern, sowie an die Maskenpflicht, die nun schon kleinen Kindern auferlegt wird – obwohl man weiß, dass die Masken erstens den Atemwiderstand der Träger sowie den CO2-Gehalt der eingeatmeten Luft erhöhen und zweitens die Masken mit Chemikalien durchdrungen sind, deren Giftigkeit bzw. Langzeitwirkungen nicht untersucht wurden. Dazu gehören Klebstoffe, Bindemittel, Antioxidantien, UV-Stabilisatoren, flüchtige organische Kohlenwasserstoffe, Formaldehyd, künstliche Duftstoffe, Mikrofaserpartikel, die durch die Einatmung in unsere Lunge gelangen. Prof. Michael Braungart, der wissenschaftliche Leiter des Hamburger Umweltinstituts sagt dazu: „Was wir da über Mund und Nase ziehen, ist eigentlich Sondermüll“.

Eine Gesellschaft kann dann in Bezug auf Erkrankungen des Atmungssystems körperlich gesund werden und sein, wenn sie darüber aufgeklärt wird, wie sie ihr Immunsystem stärken kann: durch viel frische (!!) Luft, durch Auseinandersetzung mit Krankheitserregern, d.h. durch Kontakte mit anderen Menschen, durch Aufenthalt in der Natur, durch physikalische Reize (warm-kalt wie zum Beispiel beim Schwimmen) durch gesunde Ernährung … und nicht zuletzt durch Lebensfreude.

Was viele der Menschen bewegt, die auf „Corona-Demos“ gehen, sind auch die globalen Folgen der Corona-Maßnahmen, von denen man leider in den Mainstream-Medien wenig hört. So stieg beispielsweise in Afrika im letzten Jahr durch die Lockdowns die Anzahl der Kinder- und Teenager-Schwangerschaften dramatisch an – so viele Mädchen, die, zu Hause eingesperrt, vergewaltigt wurden und nun unter erschwerten Bedingungen Kinder auf die Welt bringen und großziehen müssen, die das Resultat einer Gewalttat sind. Wo bleibt hier die viel gerühmte Solidarität?

Oxfam hat kürzlich eine Studie –  „The Inequality Virus“ – veröffentlicht, in der die verloren gegangene Lebenszeit der Corona-Toten (wobei natürlich „mit und an Corona Verstorbene“ gemeint sind) der verlorenen Lebenszeit all jener gegenüber gestellt wurde, die an den „Kollateralschäden“ der Corona-Maßnahmen gestorben sind. Das Ergebnis ist gleichermaßen erschreckend wie aufschlussreich: durch die Lockdowns wurden weltweit bis zu 28-mal so viele Lebensjahre vernichtet wie gerettet. Es sterben bis zu 12.000 mehr Menschen an Hunger — täglich.  „Die Zahl der akut an Hunger leidenden Menschen soll sich 2020 um 82 Prozent auf 270 Millionen beinahe verdoppelt haben“, und Bernd Raffelhüschen, Leiter des Instituts für Finanzwissenschaft und Sozialpolitik an der Uni Freiburg, errechnete, dass auch in Deutschland „die Kur viel schlimmer als die Krankheit“ sei: es würden 10 bis 100-mal so viele Lebensjahre vernichtet als gerettet. Wo bleibt hier die viel gerühmte Solidarität mit unseren Mitmenschen?

Das sind Themen, die die Demonstranten bewegen – ist das nun antisemitisch, rechts oder antifeministisch? Oder alles gleichzeitig?

Nun komme ich zu Ihrer Behauptung, es gäbe einen wissenschaftlichen Konsens zu Corona und dessen Bekämpfung. Das ist schlicht nicht wahr. Man hört nur andere Stimmen, Auslegungen und Interpretationen des Geschehens nicht oder nicht in ausreichendem Maße, was den Eindruck erweckt, „die Wissenschaft“ sei sich einig. Es gibt einen wissenschaftlichen Konsens darüber, dass die Erde rund ist, oder dass die Schwerkraft auf der Erde bestimmte Wirkungen zeitigt – dass die Corona-Maßnahmen so, wie sie von Regierung und Medien propagiert wurden, zielführend sind, ist keineswegs eindeutige „wissenschaftliche“ Überzeugung.

Sie schreiben: „Das Ablehnen von Masken und Impfungen aufgrund unseriöser Behauptungen …“ und erlauben sich hiermit ein Urteil darüber, dass Ihre eigene Überzeugung seriös ist und die der anderen eben nicht. Wie kommen Sie zu diesem Schluss? Weil Ihre Überzeugung sich lauthals in den Medien wiederfindet? Wahrheit hat nichts mit einem Mehrheitsbeschluss zu tun. Dass die Mehrheit der Menschen den in Medien und Bundespressekonferenzen verlautbarten „Tatsachen“ glaubt, heißt noch lange nicht, dass diese auch stimmen. DAS habe ich als Waldorflehrerin meinen Schülern zu vermitteln versucht: „Glaubt nicht alles, was man euch erzählt. Schaut euch die Tatsachen an, die Fakten, und habt den Mut, daraus eigene Schlüsse zu ziehen!“. DAS ist für mich Erziehung zur Freiheit.

Weiter schreiben Sie, „die dort vertretenen Ansichten“ seien „durchzogen von antisemitischen, rechtsextremen und antifeministischen Verschwörungserzählungen.“ Haben Sie dafür Beweise? Können Sie dafür Quellen angeben? Was ist antisemitisch daran, sich für die Erhaltung des Grundgesetzes einzusetzen? Was ist rechtsextrem daran, eine Prüfung der Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen einzufordern? Was ist antifeministisch daran, sich Sorgen um die Existenz Tausender (Klein-)Unternehmer und Arbeitnehmer zu machen?

Ist eine antifeministische Tendenz nicht eher darin zu sehen, dass wie selbstverständlich nun eher die Frauen bei ihren Kindern bleiben, weil die Betreuung wegfällt, und sie somit auf die weitere Förderung ihrer Karriere verzichten müssen? Zur Klarstellung: ich finde, dass jede Frau das Recht haben sollte, ihren Lebensentwurf nach ihren ureigenen Bedürfnissen zu gestalten — sei es nun eine berufliche Karriere oder ein Dasein als die Person, die sich liebevoll um den Haushalt und die Kinder kümmert. Sie sollte jedoch selbst entscheiden dürfen – und diese Einstellung ist sicher nicht antifeministisch.

Dass Demonstrationen hauptsächlich von Menschen besucht werden, die aus der Mitte der Gesellschaft kommen, wurde nun wirklich hinreichend – selbst vom Verfassungsschutz – belegt. Sicher kann die Gefahr der Instrumentalisierung durch Rechtsextreme nie ganz ausgeschlossen werden – aber eine demokratische Bewegung und auch eine demokratische Gesellschaft hält solche Elemente aus, weil sie genug freiheitlich-demokratisches-menschenwürdiges Gedankengut entgegenzusetzen hat.

Wie gesagt – das Gros der Demo-Besucher ist weder antidemokratisch noch rassistisch noch antisemitisch noch antifeministisch unterwegs, sondern sorgt sich um die Grundrechte, die Zerstörung der Wirtschaft und somit von Tausenden von Existenzen sowie um die Gesundheit der Menschen. Eine Radikalisierung kann ich da nicht entdecken. Eine Radikalisierung meine ich eher da zu sehen, wo ohne Beweise diffamiert, verleugnet und gehetzt wird.

Ja, auch ich finde es wichtig, zu „verstehen, wie Rechte argumentieren“ und, „woran wir falsche Informationen … erkennen können“. Die Demokratiebewegung, die die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen anzweifelt, ist jedoch nicht der richtige Ort dafür.

Und demokratiefeindliche Verschwörungserzählungen – was ist das genau? Das ist so ein Wischi-Waschi-Begriff, der zusammen mit „antirassistisch, antisemitisch, antifeministisch und überhaupt anti-alles-was-gut-ist“ in einen Topf geworfen wird, um Menschen zu diskreditieren, die anderer Meinung sind. Ist der Hinweis, dass mit den Impfungen auch finanzielle Interessen verbunden sein könnten, schon eine demokratiefeindliche Verschwörungserzählung?

Oder dass auffällig viele Menschen nach den Impfungen versterben? Ja … Menschen, die an Corona versterben, sterben nicht an ihren Vorerkrankungen, Geimpfte dagegen sterben ausschließlich an ihren Vorerkrankungen, nicht wahr?

Aber nein, das ist ja auch schon wieder eine Verschwörungserklärung. Oder zählt dazu auch, dass Demonstranten schon im Herbst fürchteten, es könne zu einem Impfzwang kommen (Verschwörungstheorie!!), was vehement vonseiten der Regierung bestritten wurde — mittlerweile äußern Politiker, dass in Zukunft vielleicht nur Geimpfte Zugang zu bestimmten Veranstaltungen oder Reisen haben sollten.

Manche „Verschwörungstheorien“ erweisen sich später als richtig, manche nicht. Sie nur deswegen als abstrus und gefährlich abzutun, weil sie dem eigenen Weltbild – oder auch dem eigenen Wissensstand – nicht entsprechen, spricht weder von Toleranz noch von Respekt seinen Mitmenschen gegenüber. Nein – es spricht von Überheblichkeit und Hochmut, weil man damit ausdrückt, es besser zu wissen als der „irre Spinner“. Damit nimmt man dem anderen seine Würde und damit letztendlich auch – durch Diffamierung, Berufsverbot, Zerstörung seiner Existenz – seine Freiheit.

Wie gesagt – ich respektiere Ihre Ängste und auch Ihre Überzeugungen; Freiheit bedeutet für mich jedoch, auch meinen Ängsten und Überzeugungen Ausdruck verleihen zu können, ohne diffamiert zu werden.

Ja, Erziehung zur Freiheit ist ein Grundpfeiler der Waldorfpädagogik. Diffamierung Andersdenkender und der Aufruf zur Denunziation dagegen nicht. DAVON möchte ich mich als Waldorflehrerin ganz entschieden abgrenzen.

G. Herb

Der Beitrag erschien zuerst unter: https://freie-linke.de/freier-funke/2021/02/offener-brief-gegen-corona-verschwoerungsmythen-an-waldorfschulen

Sehr geehrte Unterstützerinnen und Unterstützer,

vielen Dank für eure Hilfe!
Wir haben innerhalb kürzester Zeit fast 2000 Unterschriften sammeln können.

Die Wochenschrift „Das Goetheanum“ hat am Freitag, dem 05.02. ein Interview mit einem unserer Initiatoren veröffentlicht.

Das Interview finden Sie hier:

Für die Freiheit zu fragen.

„Gegenwärtig läuft auch die Unterschriftensammlung für den ‹Aufruf für ein freies Geistesleben an Waldorfschulen›, den eine Gruppe ehemaliger Schülerinnen und Schüler organisiert hat. Wir befragten Jonathan Ario, einen der Initierenden, warum sie sich für das Gelingen eines Diskurses einsetzen.“

dasgoetheanum.com/fuer-die-freiheit-zu-fragen/

Ich habe mich kürzlich gefragt was genau bedeutet es zu Sprechen und zu Schreiben?
Wenn wir einen Gedanken aufschreiben, ist es der rationale Teil unseres Geistes der spricht oder unsere Wünsche und Träume und Gefühle?

Man kann es mit dem Malen eines Bildes vergleichen.
Wer wagt es einem Künstler bestimmte Farben oder Motive vorzugeben oder gar alle Farben zu verbieten und schwarz-weiß zu diktieren?

Sollte das Denken in vorgefertigte Bahnen gelenkt werden, oder ist jeder Mensch souveräner Schöpfer seiner eigenen Gedanken?
Sollten „falsche“Gedanken wie in George Orwells“ 1984″ als Gedankenverbrechen bestraft werden?

Ich denke nicht.
Das ist der Grund warum wir diesen Aufruf initiiert haben, weil das freie Denken und der offene Dialog wie das Rad, fundamentale Entdeckungen sind.
Mit dem Rad begannen sich die Menschen physisch fortzubewegen, aber erst mit der Entdeckung des freien Denkens und des Dialoges begann der geistige und soziale Fortschritt und die Entwicklung von Zivilisation.

Lasst die Gedanken frei, sodass ein Dialog stattfinden kann, sodass wir alle demütig voneinander lernen können, sodass die Wahrheit der Liebe dienen kann, sodass wir alle weiter nach vorne stolpern für eine bessere Welt.

Lasst uns weiterhin diesen Aufruf mit unseren Bekannten und Freunde teilen, sodass die zeitlosen Prinzipien des offenen Dialoges und des freien Denkens bewahrt werden, sodass ein freies Geistesleben aufleben kann.

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